[Allegro] Hosting von allegro-Datenbanken

Roland Henkel roland.henkel at sbb.spk-berlin.de
Mi Jun 29 12:54:28 CEST 2005


Liebe Listenleser,

die Frage der Umsetzung in eine relationale Struktur hängt doch stark  
von  der Art und dem Umfang der  verwendeten Allegro-Konfiguration bzw. 
von dem Grad, in der aktuelle Datenbestand von deren Möglichkeiten 
Gebrauch macht, ab. Der Export/Import ist in der Regel  über csv_Daten 
(ggf. unter Verwendung eines anderen Feldtrennzennzeichens als gerade 
dem Komma) realisierbar.

Die erste Hürde sind die mehrfach belegten Kategorien, die in einem 
RDBMS letztendlich in Extra-Tabellen ausgegliedert werden müssen.
(Man könnte sie auch, durch ein eindeutiges Trennzeichen getrennt, in 
einem BLOB-Feld lassen, müsste aber dann beim Suchen ziemliche, zum 
Teil  Performance raubende Umstände machen).
Je mehr man von dieser Sorte hat, um so unübersichtlicher wird die 
Tabellenstruktur. Exzessive Verwendung von Normdatenverknüpfungen 
erschweren die Umsetzung zusätzlich und sind überhaupt nur mit 
vertretbaren Aufwand möglich, wenn man die originalen Identnummern der 
Sätze  als Primärschlüssel der relationalen Datensätze verwenden kann.
Wie mit Untersätzen umzugehen wäre, fehlt mir die Erfahrung.

Nichts destoweniger haben wir hier in mehreren Fällen eine solche 
Überführung  gemacht. Es gibt bei uns Anwendungen, bei denen die  Daten  
aus historischen Gründen in allegro/avanti erfasst und periodisch nach 
Mysql exportiert werden. Der Grund für diese Zweigleisigkeit liegt 
einerseits im Standort der jeweiligen Server (Intranet/Internet), 
andererseits darin, dass einfach die Zeit nicht da war, die 
Erfassungsformulare anzupassen und umzustellen.
Der Export wird als Batchdatei mit etlichen Allegro-Exportparametern, 
das heisst srch-Läufen ausgeführt. Ergebnis sind Dateien, die dann mit 
LOAD DATA INFILE in MySQL eingelesen werden.


Aber die Allegro-Konfigurationen  der betr. Dantenbanken (nicht $a.cfg) 
sind eben auch nicht allzu raffiniert.

Es gibt beim Übergang auf relationale Systeme aber auch eine 
gewissermassen psychologische Hürde. Ich habe wiederholt die Erfahrung 
gemacht, dass vielen Bibliotheksmitarbeitern die Arbeit mit Indizes, die 
möglichst viel enthalten und in denen sie quasi (und zugespitzt 
formuliert) mit geschlossenen Augen selbst dann irgendwas finden, wenn 
sie gar nicht wissen, was sie eigentlich suchen, vertrauter ist als eine 
Suche über einzelne Felder, die flexibel logisch verknüpft werden 
können, doch den Nutzer dazu zwingt, sich über sein Suchziel ein paar 
Gedanken zu machen.

Natürlich könnte man solche Indizies ggf. über relationale Tabellen 
nachbilden. Aber m.E. läge kein großer Sinn darin, ein Datenbanksystem 
durch ein anderes nachzubilden. Dabei büssen beide ihre jeweiligen und 
auf ganz verschiedenen Gebieten liegenden Vorzüge ein.

Es bleibt auch nicht aus, dass man bei der  Überführung 
avanti->relationales DBMS mehrmals an einen Punkt kommen kann, wo man 
aufzugeben geneigt ist, sei es, weil die adäquate Tabellenstruktur zu 
unhandlich und unperformant ist, sei es, dass man im Suchkomfort 
Zugeständnisse machen muss, die man ungern machen will.

Sofern die Umsetzung (z.B. nach MySQL) unter Berücksichtigung des 
genannten für möglich gehalten wird, hätte sie freilich den Vorteil, 
dass man mit der neuen Datenbank bei vielen Webhostern unterkäme. Da in 
vielen Webscriptsprachen (z.B. PHP) der Zugriff auf Mysql-DB gekapselt 
ist, dürfte es auch nicht allzu schwierig und zeitaufwändig  sein, 
geeignete Webseiten zum Suchen und Anzeigen der Daten zu kreieren.

Wohlbemerkt wäre eine Übertragung nicht eine von "avanti" nach 
"relational", von einem Bibliothekssytem auf ein neu entworfenes 
Anderes, sondern eben nur  die einer besonderen, zufällig dazu 
geeigneten Datenbank.

Diese Eignung müsste als erstes festgestellt werden.
Viele Grüsse
R. Henkel




Bernhard Eversberg schrieb:

> Thomas Berger schrieb:
>
>>
>>
>> Konkrete Erfahrungen nicht. Das laeuft allerdings darauf hinaus, die
>> relationale Struktur fuer ein Bibliothekssystem zu erfinden und danach
>> eines zu entwickeln.
>>
> Vermutlich ist nichts in der Informatik-Welt so oft versucht worden 
> und gescheitert wie eben dieses. Weil gescheiterte Versuche aber fast 
> nie publiziert werden, werden immer neue Versuche gemacht. Vielleicht 
> schafft's ja doch mal einer? Aber im Ernst: eine vergleichende 
> Gegenueberstellung von allegro und relationalem Denken finden Sie hier:
> http://www.allegro-c.de/a-r.htm
>
> >  Aresqa wird da wenig helfen.
> Klar, es soll ja nur ausgewählte Felder in eine Tabelle ausgeben, und 
> zwar solche, die sich fuer eine Bearbeitung mit einem RDBS wirklich 
> eignen. Die Titeldaten sind das gerade nicht. Sondern evtl. 
> Erwerbungs- und Ausleihdaten.
>
> MfG B.E.
>
>
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