Zeichenumwandlung

Thomas Berger ThB at gymel.com
Do Nov 15 03:23:03 CET 2001


Lieber Herr Allers,

Sie antworteten Frau Lass:

> > spiele ich mit folgendem Gedanken:  ich wandle meine so Daten
> > um, dass ich den "Original-ostwest.fon" benutzen kann, setze allerdings
> die
> > diakritischen Zeichen grundsätzlich vor die jeweiligen
> > Buchstaben.
> 
> Was ganz konkret meinen Sie mit "diakritischen Zeichen grundsätzlich vor die
> jeweiligen Buchstaben" setzen? Dieses Verfahren bezieht sich doch nur auf
> Zeichen, die es _nicht_ im Braunschweiger Ostwest-Font gibt, nicht wahr? Wie
> würden Sie nach Ihren Vorstellungen etwa das kleine türkische i ohne Punkt
> und die lettischen Volake mit Querstrichen drüber bei der Erfassung
> eintragen, Zeichen, die es im Ostwest-Font - soweit ich sehe - nicht gibt.

kleines i ohne Punkt ist auf Position 0xb0 in OSTWEST.FON, das ist 176
dezimal
(zugegebenermassen als solches nicht zu erkennen, steht aber im
Handbuch)

Volake und was auch immer mit Querstrich uebergesetzt gibt es im
Ostwest-Font nur als Kombination, und das ist genau das, was nach meinem
Verstaendnis Frau Lass vorhat:
Querstrich (Makron) uebergesetzt ist auf Position 0xd0 oder dezimal 208,
taucht dieses Zeichen auf, so hat es stets die Bedeutung, dass das
folgende
Zeichen als mit einem uebergesetzten Querstrich zu interpretieren ist.

 
> > Damit erspare ich mir die Anpassung der Umwandlungstabellen und
> > TTF-Fonts.
> 
> Aber doch nur für die Zeichen, die im Standard-Ostwest-Font vertreten sind!?
> 
> > Ich glaube (und hoffe), damit alle Zeichen abdecken zu können.
> 
> Na ja, wenn Sie zu Ersatzdarstellungen bei der Erfassung greifen, und so
> verstehe ich das den jeweiligen Zeichen Vorsetzen von anderen Zeichen, dann
> ist der abdeckbare Zeichenvorrat fast grenzenlos.

theoretisch unendlich viele, weil ja beliebige Kombinationen (etwa
ein a mit 20 uebergesetzten Querstrichen) notierbar sind. Realistischer
576 der in Unicode 3.0 erwaehnten Zeichen sind durch Einzelzeichen oder
Kombinationen von Diakritika und Grundzeichen mit OSTWEST darstellbar.

 
> > Das hätte den Vorteil, dass alle die mit WORD arbeiten,
> > diese Dateien weiter verarbeiten können, ohne dass der
> > allegro-Zeichensatz installliert sein muss.
> 
> Stimmt wohl. Aber wenn Sie andere Allegro-Ausgaben machen, etwa
> komma-delimitierte mit dem Ziel des Imports in Fremdsysteme auf
> Windows-Basis? Wenn Sie das alles unter dem Dach eines speziellen Fonts
> laufen lassen, haben Sie keine Probleme. Und eine spezielle Schriftart für
> die Bearbeitung eines durch einen speziellen Zeichensatz charakterisierten
> Problems zu installieren, ist keine schmutzige Sache. Konkret: einem Partner
> in Griechenland, der mit gemischtem griechisch-deutschem bibliographischem
> Material arbeitet, die Installation eines Fonts gre-ger.ttf anzutragen,
> bildet keine Zumutung, sondern entspricht dem aktuellen Stand der Technik

Die Erstellung eines solchen Fonts mag sauber moeglich sein, aber
ich kennen niemanden, der dies kann: Es muss hier eine Zeichentabelle
fingiert werden und ein neuer Sprachcode etc. Denn So ein Font muss
sich ja reibungslos in die auf dem Rechner vorhandene Landschaft
von existierenden, Unicode-basierenden Fonts einreihen. Sowohl der
OSTWEST-DOS-Font als auch die allegro-Windows-Fonts sind ganz eklatante
Fremdkoerper in einem Windows-System und man kann ihre Anwendung nur
deshalb empfehlen, weil es keine gangbaren Alternativen gibt. Mit
aehnlich kruden Mitteln aber noch weitere Nicht-Fonts zu erzeugen,
sollte m.E. aber unter allen Umstaenden vermieden werden. Aber wir 
haben das schon oft diskutiert und neue Argumente habe ich nicht...


viele Gruesse
Thomas Berger




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