Linkstrunkierung und andere Desidearte

Armin Stephan A.Stephan at t-online.de
Fr Mär 23 14:55:45 CET 2001


Liebe Listenteilnehmer,

die Diskussion um erweiterte Retrievalfunktionalitaeten ist ja nicht 
neu. Bedauerlicher Status Quo ist, dass es eine (mir 
unbegreifliche) Diskrepanz zwischen dokumentarischer und 
bibliothekarischer Software gibt in dieser Hinsicht.

Ich wuerde Herrn Weisweiler schon recht geben, dass 
Linkstrunkierung nicht annaehernd so oft vorkommt wie es vielleicht 
zunaechst scheinen mag. Dennoch bin ich ueberzeugt, dass ein 
Retrievalsystem, das die Linkstrunkierung beherrscht, mehr kann 
als ein System, das es nicht beherrscht. Als Ersatz auf die 
Laufstabilitaet zu verweisen finde ich mehr als zweifelhaft. Erstens 
ist es eine kuehne Behauptung, dass andere Systeme instabiler 
laufen (und dann sicher nicht wegen der Linkstrunkierung) und 
zweitens haben wir alle mit Allegro auch schon unseren Frust 
erlebt (nach fast 15 Jahren Allegro darf ich das wohl sagen).
Wie sucht man beispielsweise das Stichwort "getanzt", wenn man 
Literatur ueber Tanz sucht ohne Linkstrunkierung?

Und schliesslich: Man sollte den "Normalbenutzer" nicht fuer 
duemmer halten als er ist. Auch eine wenig genutzte 
Funktionalitaet kann trotzdem eine gute Funktionalitaet sein.

Herrn Eversberg Aussage, dass Linkstrunkierung zu exorbitanten 
Recherchezeiten fuehren wuerde, stimmt vielleicht fuer Allegro 
selber (er verraet ja leider nicht, an was fuer eine technische 
Loesung er dabei denkt), bei manch anderem System gilt sie auch. 
Aber es gibt auch Gegenbeispiele, wie z.B. das dokumentarische 
System STAR.

Ueblicher Weise wird das Problem durch zusaetzliche invertierte 
Indices geloest. Hier scheint mir das eigentliche Problem von 
Allegro zu liegen: Die Indices sind zwar variabel, aber 
zahlenmaessig doch arg begrenzt. Herr Bachschneider zeigt, wie 
es innerhalb der Logik von Allegro gehen koennte (vermutlich auch 
ohne Verlaengerung der Suchzeit). Wenn ich recht sehe, wuerde 
das Abschicken der Beispieleingabe aber in den invertierten Index 
leiten. Dem Benutzer duerfte man den aber auf keinen Fall 
praesentieren.

Gruss
Armin Stephan


> Lieber Herr Eversberg, liebe Liste,
> 
> > > 
> > > Linkstrunkierung
> > > 
> > Nicht machbar, es sei denn, man wuerde exorbitante Antwortzeiten in
> > Kauf nehmen (es muesste de facto das gesamte Register eingelesen
> > werden und dann jede Zeile voll durchsucht).
> 
> aufgrund meiner Praxiserfahrung moechte ich behaupten, dass der 
> praktische Nutzen von Linkstrunkierung heftig ueberschaetzt wird. Dass
> eine Windows-Datenbank so rasch und zuverlaessig laeuft wie a99 /
> alcarta, erscheint mir als ein sehr viel hoeherer Wert. Zudem gibt es
> ja die Moeglichkeit der Volltextsuche mit SRCH aus a99 / alcarta
> heraus, wenn man denn wirklich nach Wortbestandteilen suchen will (was
> der alltaegliche Benutzer - und um den geht's doch letztenendes,
> oder?) allerdings kaum tut.
> 
> Eine andere, eher marginale Frage:
> 
> Ich habe in den _Daten_ unserer Datenbank an einigen Stellen 
> RTF-Steuerzeichen stehen. Nun wuerde ich gern erreichen, dass diese in
> der Anzeige unter allegro classico NICHT angezeigt und NICHT
> exportiert werden. Ein Ersetzungsbefehl wie
> 
> _\cf2_ _
> 
> funktioniert jedoch nicht, weder in den Export- noch in den 
> Anzeigeparametern. Es ist nicht tragisch, und ich kann mit der 
> Situation leben. Aber wenn es eine Moeglichkeit gibt, die ich nicht
> kenne, waere ich fuer einen Hinweis dankbar.
> 
> Beste Gruesse,
> Wei
> 
> ---------------------------------------------------
> Dr. Hilger Weisweiler
> Leiter der Theologischen Abteilung
> Universitaetsbibliothek Tuebingen






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