Vb.88: Forschungsbibliographie

Bernhard Eversberg EV at buch.biblio.etc.tu-bs.de
Mo Feb 17 12:29:42 CET 1997


Verlautbarung 88 der Entwicklungsabteilung                         970217
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Die avanti-Datenbank : Katalogisierung per Browser
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Wer sich auf die wesentlichen Fakten beschraenken will, kann zu der
knappen Presseinformation nach hinten blaettern, die heute herausgegeben
wurde, um die Oeffentlichkeit ins Bild zu setzen.

In den "news" Nr. 44 wurde dargestellt, wie eine allegro-Datenbank im WWW
zugaenglich gemacht werden kann. Dabei ging es ausschliesslich um lesende
Benutzung, also um OPAC-Zugriffe. Kernstueck solcher Anwendungen ist der
avanti-Server. Nun kann dieser im Intranet (auf einem LAN) genauso arbeiten
wie im Internet. Und er kann nicht nur lesen, er kann auch speichern. Und
HTML-Dokumente koennen nicht nur als Lesestoff am Bildschirm erscheinen, sie
koennen neben vielem anderen auch Eingabefelder enthalten und eingegebene
Daten zurueck an einen Server uebermitteln. Was also liegt naeher, als nun auch
die Dateneingabe und -bearbeitung per Netscape zu ermoeglichen? Damit wuerden
sich in der neuen Netzwelt breite Anwendungsfelder oeffnen, ausserdem haette man
auf einmal ein ganz anderes Editiersystem, das sich nahtlos in eine ohnehin
zunehmend benutzte Umgebung einfuegt. Exemplarisch hat die UB Braunschweig
diese Idee erstmals realisiert fuer eine Datenbank, die jetzt "Braunschweiger
Forschungsbibliographie" genannt wird. An vielen Hochschulen werden seit
langer Zeit Jahresbibliographien erstellt, die gewissermassen den
wissenschaftlichen "Output" der Hochschule dokumentieren sollen. In
Braunschweig konnte dies aus personellen Gruenden noch nie geleistet werden.
Nachdem sich der avanti-Server als Kernstueck der Web-Kataloge schnell bewaehrt
hatte, kam die Idee auf, ihn auch zur Grundlage eines Do-it-yourself-
Katalogisiersystems fuer die Hochschulmitarbeiter zu machen. Wir hatten
festgestellt, dass andere Hochschulen (z.B. die Universitaet Augsburg) schon
ein Meldeverfahren per WWW-Formular fuer Veroeffentlichungen eingefuehrt hatten.
Es erschien deshalb einfach logisch, als naechsten Schritt das Eingabeformular
gleich in einen Datensatz umzuwandeln und diesen dem avanti-Server zum
Speichern zu uebergeben. Von der Idee zur Realisierung brauchte es dann doch
einige Monate, denn weitere Ideen sammelten sich schnell an, z.B.: wer etwas
eingegeben hat, will es mit einiger Sicherheit nochmals korrigieren - kann
man das auch ermoeglichen, und zwar am besten jedem auf Knopfdruck die selbst
eingegebenen Daten wieder vorlegen? Das Eingeben und das Suchen in der
Datenbank sollten eng verzahnt sein. Natuerlich muesste es auch Hilfsseiten mit
Beispielen geben. Und kann man nicht als Grundstock fuer die elektronische
Hochschulbibliographie aus allen erreichbaren Quellen per Download relevantes
Material herausziehen und einspeisen? Aber Dissertationen sollten am besten
aus der normalen Katalogisierung automatisch auch in die neue Datenbank
einfliessen! Unbedingt muessen auch elektronische Veroeffentlichungen (z.B.
Preprints oder andere, auf Servern angebotene Dateien) und deren URLs
einbezogen werden, ferner auch die E-mail-Adressen der Verfasser.
Dies alles, um es kurz zu machen, konnte realisiert werden. Am 17. Februar,
also heute, wird erstmals die neue Datenbank der Oeffentlichkeit vorgestellt. 
Der Grundstock besteht schon aus 55.000 Datensaetzen, selektiert aus ca. 15
verschiedenen Quellen. Fuer jede musste eine eigene Parameterdatei geschrieben
werden, aber darin hatte man ja Uebung. 

Damit jeder sich ein realistisches Bild machen kann, ermoeglichen wir
fuer begrenzte Zeit den Zugriff auf eine Testdatenbank (eine Kopie der
echten). Dazu waehlen Sie auf der Seite    www.biblio.tu-bs.de/bsf/
den Punkt "Testdatenbank". 
Es kommt ein Anmeldeformular. Darauf waehlt man die Testdatenbank und gibt als
Benutzername Mustermann und als IdNummer XXXXX (5mal X) ein. Wie es weitergeht,
schaut man sich am besten selbst an.

Wir beschraenken uns hier darauf, die Hintergruende der Realisierung in Umrissen 
darzulegen, die Beschreibung in der letzten "news"-Nummer ergaenzend.
Die normale Benutzung der neuen Datenbank unterscheidet sich nicht von der
OPAC-Datenbank. Wer eine Benutzungskarte des Lokalen Systems (Pica) hat, kann
jedoch die folgenden Schritte durchfuehren:

1. Anmelden. Auf dem Anmeldeformular waehlt man aus, ob man in die
Forschungsdatenbank oder zum Ueben in die Testdatenbank eingeben moechte.
(Letztere ist fuer begrenzte Zeit sogar offen fuer jedermann!) Nur Nachname und
Nummer der Benutzungskarte sind dann noch einzugeben. Diese Elemente reichen
aus, um die Berechtigung zur Eingabe festzustellen. Mehr ist auch nicht in
der Datenbank gespeichert: Es gibt dafuer die Nutzersaetze, die nur eine
Kategorie 
#9B inummer NNachname, Vorname 
enthalten. Nachname und nummer kommen ins Register 11. 
Der Indikator i ist 0 oder 1  (0 = frei, 1 = gesperrt).

2. Aktivitaet waehlen. Nach gelungener Anmeldung kann der Nutzer
    a)    Daten eingeben in eines von vier waehlbaren Formularen: Buecher,
          Beitraege zu Buechern, Zeitschriftenaufsaetze, Herausgebertaetigkeit
          fuer Serien und Zeitschriften. Das entspricht dem, was normalerweise
          in einer Hochschulbibliographie erfasst wird.
    b)    Die von ihm selbst unter seiner nummer eingegebenen Daten sichten
          und evtl. korrigieren. 
Ein neu erfasster Datensatz erhaelt in der Datumskategorie ein Teilfeld mit der
nummer, die ebenfalls im Register 11 indexiert wird. So kann jederzeit die
Liste der selbst eingegebenen Daten praesentiert werden. Die
Korrekturformulare sind identisch mit den Erfassungsformularen, nur dass eben
Daten zum Bearbeiten drinstehen und das Skript die Identnummer #00 des Daten-
satzes unsichtbar mitfuehrt. Bei Ruecksendung an den avanti-Server kann dieser
an der #00 erkennen, dass der Satz den bereits vorhandenen ersetzen soll. Es
wird also ein Update-Auftrag uebergeben. Nach jeder Speicherung wird dem
Absender sein Datensatz nochmals in aufbereiteter Form angezeigt.
Korrekturwuensche koennen dann gleich noch mit Knopfdruck angemeldet werden,
worauf der Satz nochmals im Formular praesentiert wird.
    Fuer den Endnutzer ist das Ganze nicht sonderlich kompliziert, aber die
Ablauflogik und die Parametrierung, die dahinterstecken, sind natuerlich nicht
ganz trivial. Dieses Modell kann nicht unbedingt schnell und einfach auf
andere Anwendungen dieser Art uebertragen werden, weil ja doch viele
Braunschweiger Spezifika darinstecken. Wer jedoch in HTML und Perl bewandert
ist und auch in der allegro-Parametrierung, der kann sicher einige Arbeit
sparen durch sorgfaeltiges Studium dieser Skripte, die wir deshalb frei
verfuegbar machen.

Und hier folgt noch die ...
------------------------- Presse-Information -----------------------------
                                                                 (17.2.97)

                  Braunschweiger Forschungsbibliographie


                    Was ist daran neu, was ist wichtig?


1.    Staendige Aktualisierung direkt durch die Forscher

      Jeder kann seine Veroeffentlichungen zum fruehestmoeglichen Zeitpunkt
      eintragen und sie damit sofort recherchierbar machen.


2.    Breite inhaltliche Basis

         Keine zeitliche Begrenzung

         Buecher, Zeitschriftenaufsaetze, Beitraege in Sammelbaenden (z.B.
          Kongresse)

         Nicht nur TU, sondern auch die anderen wissenschaftlichen
          Einrichtungen.
          Alles, was aus der Forschung in der Region hervorgegangen ist, aber
          auch moeglichst vieles, was fuer die Forschung interessant ist oder
          werden kann.

      Die Datenbank ist also eine Fundgrube fuer Veroeffentlichungen aus und
      ueber Braunschweig, und damit auch fuer weitere Kreise von Interesse.


3.    Eingebaute Kontaktmoeglichkeiten

      E-Mail-Adressen und elektronische Dokumentadressen koennen mit erfasst
      werden. Das ermoeglicht jedem, der in der Datenbank recherchiert,
      sofortige Kontaktaufnahme und/oder direkten Zugriff auf das
      (elektronische) Dokument.


4.    Zugang von ueberall und jederzeit

      Jeder, der Zugang zum WWW hat, kann die Datenbank nutzen. Auch
      die Eingabe ist von ueberall her moeglich, wenn man eine Nutzernummer
      hat.


5.    Ausbaufaehiges Konzept

      Geplant ist, nicht nur Veroeffentlichungen zu erfassen, sondern auch z.B.
      Tagungen, Ausstellungen, Projekte, Forschungsschwerpunkte,
      Arbeitsgruppen.
      Geplant ist auch, die Datenbank auf CD-ROM herauszubringen. Diese
      Version muesste periodisch erneuert werden, waere aber an jedem PC
      benutzbar, auch ohne Modem.

Ermoeglicht wird das gesamte System durch das Softwarepaket allegro, das die
UB als staatliche Sonderaufgabe im Auftrag des Ministeriums fuer Wissenschaft
und Kultur und seit 1996 auch mit Foerderung durch die DFG entwickelt. Diese
Software wird fuer Kataloge aller Art schon in hunderten von Bibliotheken und
verwandten Einrichtungen eingesetzt. Sie laeuft auf allen gaengigen Rechnern mit
MS-DOS, Windows oder UNIX. Auch fuer Datenbanken mit mehreren 100.000
Datensaetzen braucht man keine Hochleistungs-Hardware, sondern kann relativ
billige PCs einsetzen. 





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